{"id":69,"date":"2026-01-12T20:20:02","date_gmt":"2026-01-12T19:20:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.achteraus.de\/?p=69"},"modified":"2026-01-16T13:18:03","modified_gmt":"2026-01-16T12:18:03","slug":"berlin-den-30-juno-1963","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achteraus.de\/index.php\/2026\/01\/12\/berlin-den-30-juno-1963\/","title":{"rendered":"Berlin, den 30. Juno 1963 (Chruschtschew in Ost-Berlin)"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Berlin, den 30. Juno 1963<br><br>Liebes M\u00e4dchen!<br><br>Da sitze ich nun vor dem Radio auf einem Sessel und habe Flo's Schreibmaschine auf den Knien. Und weil ich Dir heute schon gesagt habe, da\u00df ich Dich lieb habe, mu\u00df ich mir etwas anderes ausdenken. Ich werde also zuerst einmal von mir erz\u00e4hlen und dann noch was suchen, was ich Dir (au\u00dfer von Ostberlin) noch erz\u00e4hlen k\u00f6nnte.<br><br>Die Genossen sind wieder einmal ausgeflogen ins Kino, sie sind sowieso kaum zuhause und k\u00fcmmern sich auch nicht weiter um die Wohnung. Sie wohnen hier nicht eigentlich, sie schlafen hier nur und schlie\u00dfen sich zusammen etwas zu sehr ab. Das hat zur Folge, da\u00df ich mich trotz Mitbewohner oft doch etwas einsam f\u00fchle und am Abend oder in der Nach hinauslaufe in Richtung Zonengrenze.<br><br>Hinter der Bahnlinie, die ganz dicht am Haus vorbeif\u00fchrt, beginnt ja schon das Land und es gibt tats\u00e4chlich Perspektiven ohne Fabriken und Wohnbl\u00f6cke wo der Eindruck von 'Natur' nahezu vollkommen ist: Roggenfelder, Obstg\u00e4rten und Eichen, verlotterte Z\u00e4une, verfilzte Hecken und Gartenh\u00e4user, die ganz mit dem Jasmin verwachsen sind. Und Wege, mit ausgefahrenen Geleisen, Sand in denen die Profile der Reifen eingedr\u00fcckt sind und schwarze Wasserpf\u00fctzen, die sich darin ansammeln. In der Mitte steht das Gras ziemlich gr\u00fcn und fett, fast ungeknickt.<br><br>Es ist sehr sch\u00f6n. Du kannst abends durch Wiesen und Roggen gehn, Du f\u00fchlst das weiche Gras unter den Sohlen und die Halme scheuern sich an den Kleidern. Dann ist auch der Himmel ganz oben sehr blau und nur die R\u00e4nder, die zum Horizont herunterh\u00e4ngen sind ausgewaschen fahlblau und mit Wolkenflecken besetzt. Es w\u00e4re eigentlich eine Stimmung um Gedichte zu machen, wenn ich nicht zu feige w\u00e4re, es nocheinmal zu versuchen. Aber es k\u00e4me ja doch nur ein Heine-Aufgu\u00df zustande. Wiesen und Felder und dahinter die Befestigungen der Grenze und ab und zu das dumpfe Bumsen der Amis, die ihre Gesch\u00fctze und Granatwerfer ausprobieren. So verbindet sich hier Technik und Natur und ergibt ein manchmal etwas desperates Ganzes, das einen m\u00fcde macht. Wie melancholisch wirkt doch ein S-Bahn Geleise, das verrostet inmitten gelber Blumen liegt, \u00fcber das schon die Hecken wachsen, wo sich die Wurzeln in die Mechanik der Weichen dr\u00e4ngen: Hohn der menschlichen Erfindungsgabe und nicht wieder Natur, das eine zerst\u00f6rt das andere und wird von ihm zerst\u00f6rt. Du kannst die Hebel noch umlegen und die Wurzeln zerdr\u00fccken.<br><br>Gleich neben der S-Bahn liegt ein Garten und seine Hecken sind aus Himbeer. Sie schmecken wie aus Dosen, etwas w\u00e4ssrig, verschrumpelt; wenn Du in die Hecke brichst, trittst Du auf verrostete T\u00f6pfe und verrottete Matratzen.<br><br>Man kommt sich unwillk\u00fcrlich manchmal so vor, wie ein stillgelegtes S-Bahn Geleis auf den keine Z\u00fcge mehr zum Andern fahren. Vielleicht h\u00e4tt ich mich doch mehr um einen Freundeskreis bem\u00fchen m\u00fcssen. Die alten aber sind langweilig geworden oder sie sind zu weit entfernt, als sa\u00df man zu ihnen ginge um mit ihnen zu sprechen. Das fehlt einem dann doch, so eine kleine Ansprache, wenn man das, was man in sich aufnimmt, nicht wieder jemandem weitergeben kann: was man erlebt wird dann tot, entr\u00fcckt in Bezirke der Erinnerung, wo sich an die einstmals so frische und sch\u00f6ne Entdeckung kein Gef\u00fchl mehr bindet, wo das Spontane verloren geht und einsinkt in ein greisenhaften D\u00e4mmern, verrostet und von Schweigen \u00fcberwuchert wird! Man kann das Reden so leicht verlernen, man sollte es kaum glauben. Das ist dumm, wenn man nicht reden kann, ohne etwas von sich weg zu geben und redet und die Resonanz nicht f\u00fchlt: es ist, als laufe man gegen die Grenzbefestigungen und starre durch die Schie\u00dfscharten. Es ist etwas  B\u00f6sartiges und Feindseliges im Schweigen.<br><br>Und damit k\u00e4me ich eigentlich schon zum Chruschtschew-Besuch in Ostberlin. Ich bin gegen 10 Uhr in der Friedrichstra\u00dfe angekommen und stellte mich als braver B\u00fcrger zun\u00e4chst einmal hinten an die Schlange an, ich kann Dir sagen, das war reinste Schikane, die Genossen taten aber auch gar nichts anderes als die Leuten in Reih und Glied aufstellen, zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und dann zu verschwinden. Als ich eine Stunde gewartet hatte wurde es mit zu dumm und ich schlo\u00df mich einigen gro\u00dfen Kollegen an, die mit Einladungstelegrammen zum Staatsbesuch gesegnet waren. Ich gab mit meinem Personalausweis neinen NOTIZEN-Auswein ab und siehe da: es ging ganz schnell. Man unterstrich die Nummer mit Rotstift, das hie\u00df: bevorzugt abfertigen. Immerhin kam ich so schon um 12 Uhr \u00fcber die Grenze, w\u00e4hrend andere bis \u00fcber drei Stunden in der schwitzenden Masse ihren Geist St\u00fcckchen f\u00fcr St\u00fcckchen aushauchten.<br><br>Ein Kollege von 'Blick'(Du kennst doch die Aff\u00e4re mit dem toten Pabst), der stellvertretende Chefredakteur, wartete mit mir und wir unterhielten uns recht wacker. Dann versuchte ich \u00fcber den polnischen Pavillon Andrzej zu erreichen, aber man sagte mir, er habe sich nicht blicken lassen. Sp\u00e4ter erfuhr ich von den Leuten des Ostberliner Fernsehens, die schon vor dem roten Rathaus Aufstellung genommen hatten, da\u00df Sendung von Andrzej diesmal aus Rostock gekommen sei, er war offenbar nur ganz kurz in Berlin gewesen. Und die Genossen verwiesen mich nach Sch\u00f6neweide, wo der Aufnahmeleiter der \"Br\u00fccke\" sitze. Also fuhr ich hinaus um mich zu erkundigen, aber der Mensch war nicht dort. Daf\u00fcr begannen die ersten und linientreusten Kollegen von den Betriebskampfgruppen gerade Aufstellung zu nehmen. Die meisten Berliner aber schienen desinteresiert, sie liefen bis kurs vorher noch herum, einkaufen, Besuche machen und was man eben mit einen unverhofft halben freien Tag anf\u00e4ngt. Die Sonne war verdammt hei\u00df am Himmel und die VoPo's, die zwei Meter breite L\u00fccken zum Zusehen lie\u00dfen, schwitzten vor sich hin. Gegen drei Uhr kamen dann die Belegschaften der Kinderg\u00e4rten und Schulen mit roten Tereschkowa- F\u00e4hnchen, Luftballons und stellten sich vor die Wostok-Atrappe, die ich schon von ersten Mai her kannte. Neben mir stand ein junger Mann, der mir erz\u00e4hle, da\u00df die Brigaden gemeinsam an dem Empfang teiln\u00e4hmen und da\u00df es nicht ich nicht ungef\u00e4hrlich sei, der Aufforderungen der Genonsen nich zu folgen. Als seine Frau dann aber kam und ihn seine Arbeitskollegen lange genug gesehen hatten, verschwand er. Er machte einen recht netten Eindruck und schw\u00e4rmte mir vom Kennedy-day vor, den er im Fernsehen folgt hatte, aber nicht bevor er mit dem ber\u00fchmten deutschen Blick \u00fcber die Achsel auf einen \u00e4lteren Macker im FDJ-Hend gelinst und die Stimme gesenkt hatte.<br><br>Ich dr\u00e4ngte mich dann, als der Verkehr stillgelegt worden Stra\u00dfenmitte auf die Stra\u00dfenbahngeleise und stand da ganz gut. Gegen drei Uhr begann es interessant zu werden, nachdem man vorher \u00fcber die Lautsprecher die Ansprache Ulbrichts nur immer verst\u00fcmmelt vom Stra\u00dfenl\u00e4rm vernommen hatte -- es lohnte sich auch nicht und ich sah keinen Menschen der etwa aufmerksam zugeh\u00f6rt h\u00e4tte, w\u00e4hrend doch beim Kennedy-day sogar in den Bussen die Transistorenradios immer auf gr\u00f6\u00dfte Lautst\u00e4rke getrimmt waren, auf da\u00df kein Augenblick verloren ginge. Kurz nach drei kamen die ersten Wagen vorbeigebraust, so etwa mit drei\u00dfig. Da stand also Walterchen in der ganzen Pracht seiner 70 Funktion\u00e4rsj\u00e4hrchen, im hellen Anzug mit dunkler Kravatte, sauber gestutzten Bart und einem stereotypen L\u00e4cheln, das ebeno kalt war, wie das Funkeln seiner randlosen Brille. Daneben Nikita Sergejewitsch Chrutschtschew, in dunklen Anzug, klein und korpolent und hellbraun in Gesicht, gesund und einem freundlichen L\u00e4cheln auf den Lippen, sowie einer dezenten Ordensschnalle auf dem Jakett. Er wirkte sehr landesv\u00e4terlich und strahlte das aus, was man an Ulbricht vermi\u00dfte: souver\u00e4ne Gelassenheit und Zuversicht. Er ist schon eindrucksvoll und bedeutend gewinnender als auf den Bildern, die man von ihm sieht, man k\u00f6nnte vielleicht sogar sagen, da\u00df er einen gewissen Charme ausstrahlt: Volksf\u00fchrer und nicht kalter Funktion\u00e4r. <br><br>Neben mit standen zwei Halbstarke und murmelten immer Ken-ne-dy, Ken-ne- dy. Nur die Genossen von FDGB schwenkten Hanner-und-Sichel- und Spalter-Fahnen. Aber selbst die schwenkten nur solange, bis ER vorbei war. Kurz danach, ohne da\u00df sie die Vorbeifahrt der Minister und Diplomaten abgewartet hatten -- die \u00fcbrigens meist in verh\u00e4ngten Limusinen vorbeihuschten -- str\u00f6mte alles weg. Ich sah noch die Chruschtschowa, die sich winkend aus den Wagen beugte und sehr nett aussah, wie eine norddeutsche Pastorentochter, die in die Hochfinanz geheiratet hat: einfach, aber gepflegt und sehr nat\u00fcrlich.<br><br>Ich reihte mich in den Strom der Abgehenden ein und fuhr mit einem beinahe leeren S-Bahn-Zug in Richtung Alex, wo Mr. K seine Rede halten sollte. Als ich dort ankam, war gerade die erste Wagenkolonne schon vorgefahren und das Volk str\u00f6mte vehement zur\u00fcck zu den Kocht\u00f6pfen, es war nicht ganz einfach, sich den Weg zum Rathaus zu bahnen, man dr\u00e4ngelte r\u00fccksichtslos zu den Z\u00fcgen.<br><br>Ich schaffte es gerade noch um den Jungen Ebert, der bei denen den Oberb\u00fcrgermeister markiert (ein feister dummdreister Kerl, der wahrscheinlich nicht einmal richtig lesen kann) die Begr\u00fc\u00dfungsansprache reden zu h\u00f6ren. Sie war fade. Dann kam Mr. K. und redete kurz, nein, erst noch jemand andres, aber nicht Walterchen. Unten vor den Rathaus br\u00fcllte die FDJ in Sprechch\u00f6ren Drusch-ba und Chruscht-schew und das Volk winkte und ab und zu und freute sich offenbar, da\u00df ihm die Last des Jubelns abgenommen wurde. Chruschtschew selbst war nicht besonders gut, er machte nur ein Witzchen und feierte dann die UdssR und ihre Erfolge in Weltraum. Immer wenn er die Tereschkowa feierte, kam so etwas wie Anteilnahme in Publikum auf, sonst verhielt sich passiv und nahm gerne die M\u00f6glichkeit wahr, sich von einer umgesunkenen Sch\u00f6nen ablenken zu lassen.<br><br>W\u00e4hrend Chruschtschew ans Mikrophon trat und sagte, es k\u00e4men ja jetzt sehr viele Leute nach Berlin, aber es k\u00e4me darauf an, was sie im Gep\u00e4ck mitbr\u00e4chten, begann es furchtbar zu donnern und zu blitzen, die roten Fahnen schienen sich tr\u00e4ge gegen die Last der Schw\u00fclle zu stemmen und sanken dann schlaff zusammen.<br><br>Auch hier rannte alles weg, kaum war Mr. K mit seinem speech zuende. Auch ich begab mich eilenden Schrittes in Richtung Friedrichstra\u00dfe, wurde allerdings unterwegs noch von Unwetter eingeholt. Es begann exakt in den Augenblick loszubrechen, als K. die \"Strecke des Triumphes\" (ND) fortsetzte und die Leute fl\u00fcchteten sich \u00fcberall anderswo hin, nur nicht an den Stra\u00dfenrand, soda\u00df dieser aussah wie ein Tannenbaun an 1. Januar, etwas sch\u00e4big und schmutzig in seiner welken Pracht.<br><br>Dann aber erhob sich ein sozialistischer Sturm, der mir den Dreck von den Stra\u00dfen in die Augen, in den Mund und in das ge\u00f6ffnete Hemd trieb, soda\u00df ich mich am Abend waschen mu\u00dfte und bein Essen immer noch auf Dreck kaute. Die ganzen Westdeutschen und es war eine ganze Masse, hatten sich in die Abfertigungshalle gefl\u00fcchtet und standen in einer immens engen Schlange vor den Tischen. Obwohl ich zuerst noch etwas zu mir nahm und etwa eine Stunde wartete, bis ich mich anstellte, nahm diese Schlange nicht ab, ich stand zweieinhalb Stunden in qualvoller Enge, mein Kreuz schmerzte h\u00f6llisch, der Schwei\u00df rann mir in B\u00e4chen durch den Po in die Socken hinunter und meine Laune war entsprechend. Ich machte mir in unfl\u00e4tigem Geschimpfe Luft und br\u00fcllte immer Idioten und schikan\u00f6se Saubande und sozialistischer Wettbewerb nach vorn, aber die hatten die Ruhe weg, sie fertigte in der Minute vielleicht einen halben Menschen ab und das ist wenig. Es standen Afrikaner und Japaner da, die filmten die fluchende Schlange. Es war schon recht gut so. Ich hab eine solche Wut auf die Affen, da\u00df ich bestimmt kein Geld mehr in ihre Intershop-Kioske mehr trage. Wenn ich dort etwas kaufe, dann nur mit Schwindelkurs auf Zigaretten-Basis. <br><br>Tja, da hat also das Papier doch nicht ganz gereicht und ich werde eben noch schreiben m\u00fcssen, obwohl ich ausgebrannt bin, nach Bier d\u00fcrste und noch einige Seiten Referat tippen wollte. Aber so geht eben.<br><br>Ich glaube, ich mu\u00df Dir noch zum Geburtstag gratulieren, so in aller Form. Ich bedaure nur, da\u00df ich nicht mit Dir im Museum feiern kann, bei Reistopf nach Art des Hauses und nachher in irgend eine kleine Pinte oder nach Schw\u00e4rzloch hinaus (haben die nicht am Montag zu?), oder auf die Rosenau. Schade, die alten Freunde sind ja nicht mehr zug\u00e4nglich, entweder, da\u00df sie fortgezogen sind oder da\u00df sie sich so ver\u00e4ndert haben, da\u00df man die Gemeinschaft nicht mehr unbedingt sucht.<br><br>\u00dcbrigens hat mir Saupe einen recht netten und vers\u00f6hnlich wirkenden. Brief geschrieben, der allerdings eine meiner Bef\u00fcrchtungen best\u00e4tigte.<br><br>Er meint nat\u00fcrlich, da\u00df die Angelegenheit auf Gegenseitigkeit beruht und so, wie ich Dich kenne, hat er bestimmt nicht unrecht. Du bist eben manchmal sehr unbescheiden und vorlaut, ich h\u00e4tte allerdings nicht gedacht, da\u00df er, Saupe, so mimosenhaft sei, wo er doch mit Vorliebe Genickschl\u00e4ge austeilt. Sieh da, er ist also tiefst verletzt gewesen. Bitte pa\u00df ein bi\u00dfchen auf auf Dich und versuch Dich etwas zur\u00fcck zu halten, nachdem ich nicht mehr da bin und unmittelbare Folgen wie bei Jochen damals ausbl\u00fcgeln kann. Bl\u00f6d, was, wie wir uns gegenseitig aus der Patsche helfen? Bzw. halfen? Bitte versuch, etwas Distanz zwischen Dich und die anderen zu legen, ohne da\u00df Du den Verkehr abbrichst, das w\u00e4re nicht gut. Ich glaube, wir waren einfach zu intim miteinander, da\u00df wir unsere Fehler alle so gut kennen, da\u00df wir uns immer dort verletzen, wo es am schmerzlichsten ist. Und dabei, das ist der Witz der Geschichte, immer meinen, wir h\u00fclfen uns, diese Fehler zu erkennen und zu \u00fcberwinden. Der Wunsch nach einem wirklichen freundschaftlichen Verh\u00e4ltnis lie\u00df uns unser ganzes Ich selbstvergessen in die Pfanne schlagen, nur des Gef\u00fchles willen, damit seien wir, in der Selbstverleugnung, am offensten f\u00fcr den Andern. Ich glaube eher, da\u00df es ein Wettbewerb der nicht erkannten egoistischen \u00dcberheblichkeit war; die perfekteste Intimit\u00e4t sollte uns in den Mittelpunkt stellen.<br><br>Aber so wollte ich ja nicht aufh\u00f6ren, aber ist schon sp\u00e4t, ich werde den Brief einmal wieder unkorrigiert zur Post bringen m\u00fcssen. Behalt mich, trotz dieser bl\u00f6den Schreibe, ein bi\u00dfchen lieb, so wie ich Dich lieb habe und mich nach Dir sehne.<br><br>Mein K\u00f6rper ist in verheerenden Zustand, aber ich freue mich, da\u00df es der Deine auch war. Das ist gut so. [...]<br><br>Viele Bussi und auf Wiedersehen im Traum. Dolfi<\/pre>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"743\" height=\"1024\" data-id=\"76\" src=\"https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-743x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-76\" srcset=\"https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-743x1024.webp 743w, https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-218x300.webp 218w, https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-768x1059.webp 768w, https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-1114x1536.webp 1114w, https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1-1485x2048.webp 1485w, https:\/\/www.achteraus.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/LiebesMaedchen-1.webp 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p> <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/chruschtschow-besuch-in-berlin-am-28-juni-1963-a-951172.html\">Spiegel-Artikel: Chruschtschow in Berlin<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, den 30. 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