{"id":42,"date":"2008-03-05T22:12:33","date_gmt":"2008-03-05T21:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.achteraus.de\/?p=42"},"modified":"2019-11-01T22:14:26","modified_gmt":"2019-11-01T21:14:26","slug":"ensenada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achteraus.de\/index.php\/2008\/03\/05\/ensenada\/","title":{"rendered":"Ensenada"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach Bordcomputer war gestern Nacht unsere ETA &#8211; \nestimated time of arrival &#8211; f\u00fcr Ensenada gegen 4 Uhr fr\u00fch. Wir liefen \nunter Motor und schalteten auf ca. 1700 Umdrehungen zur\u00fcck, um die \nAnsteuerung im ersten Tageslicht zu bewerkstelligen. So konnten wir denn\n auch gut die alten Schiffwracks im Hafenbecken ausmachen, auf denen \nsich grosse Seehundkolonien breitgemacht haben. Und die riesige \nmexikanische Flagge bestaunen, die von der Mole f\u00fcr die \nKreuzfahrtschiffe wehte und so ungef\u00e4hr die Gr\u00f6\u00dfe eines Volleyballfeldes\n hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 7.30 Uhr Leinen fest und Beginn der Arbeit bis zum \nMittag: Wasserfassen, Motorinspektion, Wantenspannung nachstellen, um \ndie leichte Biegung in der obersten Sektion herauszubekommen, die uns, \nnach Mehrheitsmeinung, auf Stb-Bug viel Fahrt gekostet hat. Der&nbsp;por\u00f6se \nMastkragen wird erneuert. Hoffentlich ist er dann wirklich dicht &#8211; mein \nSchlafsack ist, zum ersten Mal auf dieser Reise, sonnentrocken. \n&nbsp;Reffsterte und Fallen werden auf Schamfilings \u00fcberpr\u00fcft, ggf. gek\u00fcrzt \nund neu betakelt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Beim\n Einlaufen in Ensenada gab es eine kleine Missstimmung zwischen \nChristoph und mir, als ich die M\u00e4nner der Marina auf Spanisch begr\u00fcsse \nund die sich deshalb an mich halten, obwohl ich ihnen Christoph als \ncapitano vorstelle. Christoph f\u00fchlt sich nicht mehr als Herr der \nKommunikation und er hat ja auch recht damit: bevor er fragen kann, wei\u00df\n ich schon, dass der ganze Papierkrieg hier beim Hafenmeister erledigt \nwerden kann, einschliesslich des Ausklarierens, der &#8222;declaraci\u00f3n de \ndespedida&#8220;&nbsp;aus Mexiko, unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr den Eintritt in \ndie Estados Unidos, der morgen gegen Mittag in San Diego ansteht. \nChristoph ist etwas verschnupft und nimmt Chippie, der zwei \nAuslandssemester in Santiago de Chile studiert hat und recht gut \nSpanisch spricht,&nbsp;mit zum capitano del puerto. Ihm sagte ich \nsicherheitshalber, beiseite, damit der Skip es nicht merkt, was \n&#8222;Ausklarieren&#8220; auf Spanisch heisst. Dabei w\u00e4re das gar nicht n\u00f6tig \ngewesen. Hier spricht alles englisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse die Verstimmung \nundiskutiert: Ensenada ist ja der letzte spanischsprachige Ort, den wir \nangelaufen haben. Und irgendwie \u00e4rgere ich mich gleich dar\u00fcber, nicht \ndarauf zu sprechen zu kommen. Denn die L\u00f6sung w\u00e4re ja so einfach \ngewesen: Christoph h\u00e4tte mich nur als &#8222;traductor&#8220; vorstellen m\u00fcssen und \nsowohl seine Rolle als Skipper w\u00e4re damit deutlich geworden als auch der\n H\u00f6flichkeit Gen\u00fcge getan gewesen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun nichts wie ab unter \ndie Dusche, warm, s\u00fc\u00df, prickelnd. Dieser wundervolle Genu\u00df, wenn nach \neinigen Tagen auf See K\u00f6rperd\u00fcfte und Salz von der Haut und aus den \nHaaren&nbsp;gesp\u00fclt werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Bordcomputer war gestern Nacht unsere ETA &#8211; estimated time of arrival &#8211; f\u00fcr Ensenada gegen 4 Uhr fr\u00fch. Wir liefen unter Motor und schalteten auf ca. 1700 Umdrehungen zur\u00fcck, um die Ansteuerung im ersten Tageslicht zu bewerkstelligen. 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